Leseprobe #4

Aktualisiert: Jan 2










Die letzte Leseprobe vor der Veröffentlichung. Eine kleine Wiedergutmachung für die Verzögerung.



»Hier kannst du baden!«

Ich schiele kurz zu ihm rüber. Seine Miene ist hart und inspiziert aufmerksam die Gegend, als würde er nach irgendetwas Ausschau halten. Woher kommt sein plötzlicher Sinneswandel? Gerade eben dachte ich, er wolle mich umbringen. Und jetzt darf ich Baden?

»Ähm. Ich ..., kannst du dich bitte umdrehen, wenn ich reingehe?«

Meine Wangen röten sich und mir ist das alles mehr als unangenehm.

»Nein!«, gibt er stur zurück.


Na toll. Seufzend ziehe ich meine Hose und den mittlerweile schwarzen Pulli aus. Die Klamotten kann nicht einmal mehr die Reinigung retten. Das Top hat nicht ganz so viel abbekommen. Die Unterwäsche lasse ich an und stolpere langsam Richtung See. Brrrr, das Wasser ist kalt, aber tut unendlich gut. Ein tiefer Atemzug und ich tauche unter. Wie lange ich noch zu Leben habe? Was hat er vor? Hier unter der Wasseroberfläche fühle ich mich sicher. Es ist wie Fliegen. In meinen Gedanken versunken werde ich plötzlich an die Oberfläche gerissen.


Entsetzt schaue ich in Liams pechschwarze Augen, die mich böse anfunkeln. Seine Kleidung ist patschnass und er scheint alles andere als erfreut darüber zu sein.

»Was soll das!«, schreie ich, »Du hast mich fast zu Tode erschreckt!«

»Das wird dein geringstes Problem sein! Du sollst da bleiben, wo ich dich sehen kann!«

Ein böses Glitzern seiner Augen, bevor er mich fallen lässt und ich unsanft im Wasser lande. Er ist ziemlich groß. Ich schätze ca. 1.90 m.

Meine Freude über das Tauchen ist verflogen. Notdürftig wasche ich mich ab und laufe zurück zum Ufer. Liam hält mir ein Laken und ein Stück Stoff hin. Keine Ahnung, wo er die Teile hergezaubert hat. Kritisch falte ich es auseinander- ein langes Sommerkleid. Weiß mit Spitzenstickereien. Super, ein weißes Kleid in einer dreckigen Höhle. Auf so eine dumme Idee kommt auch nur ein Mann. Er bemerkt meinen skeptischen Blick und gibt mir zu verstehen, dass ich es anziehen soll.

»Ich kann mich ja schlecht hier vor dir ausziehen!«, antworte ich patzig.

Genervt atmet er ein und zeigt auf einen Felsen in der Nähe.

»Danke.«


Bewaffnet mit dem Kleid und dem Laken stelle ich mich hinter ihn. Bis auf meinen Kopf kann er nichts sehen. Geschwind rubbele ich mich ab und ziehe das Kleid über. Von meiner Unterwäsche verabschiede ich mich wehmütig. Es ist mir zwar unangenehm nichts darunter zu haben, aber immer noch angenehmer, als dieses Dreckszeug weiter zu tragen. Das Kleid passt perfekt und, zu meiner Verwunderung, sieht es wirklich sehr hübsch aus. Kurz schiele ich zu ihm rüber, der die Gegend angestrengt absucht.


Jetzt!!! Ich drehe mich um und renne los. So schnell, wie ich kann. Vielleicht hat er es ja nicht bemerkt. Jede Sekunde Vorsprung ist goldwert. Äste schlagen mir ins Gesicht und hinterlassen brennende Spuren. Hätte ich wenigstens Schuhe an, denn die Steine und herumliegenden Äste bohren sich in meine Fußsohlen. Sie schmerzen mit jedem Schritt mehr. Das ist egal. Ich muss rennen. Einfach weiter rennen. Mein Herz rast und Adrenalin schießt durch meinen Körper. Gekonnt springe ich über Wurzeln und Steine. Immer wieder schlägt mir etwas ins Gesicht. Trotz alledem renne ich weiter. Mein Blick ist stur geradeaus gerichtet. Zurückzublicken traue ich mich nicht. Die Seite fängt fürchterlich an zu stechen. Ich ignoriere es und laufe weiter. Rennen! Einfach weiter rennen!


Nach gefühlten tausend Metern breche ich keuchend und zitternd zusammen. Die Füße sind aufgerissen und pochen höllisch. Wie ein Fisch auf dem Trocknen schnappe ich nach Luft und versuche mich wieder aufzurichten.

»Ich muss weiter rennen!«

Meine Ausdauer war auch mal besser. Kurz versuche ich mir einen Überblick zu verschaffen. Baum, Tanne, Stein, weit und breit kein Liam.

Habe ich es geschafft? Hilfe. Ich muss Hilfe holen! Junbi ist noch in der Höhle. Ich muss es schaffen. In welche Richtung laufe ich denn jetzt? Langsam und bedacht gehe ich weiter. Bei jedem Schritt schmerzen meine Füße mehr.


Plötzlich ertönt ein tiefes Knurren. Augenblicklich bleibe ich stehen. Das Herz beginnt zu rasen. Was ist das? Bloß keine hektischen Bewegungen machen. Ein weiteres Knurren links, gefolgt von einem direkt hinter mir. Es kommt näher und ich weiß genau: Es ist nicht Liams Knurren.





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Mein Name ist Sophie und ich habe 2020 mein erstes Buch: Stirb im Schatten der Sonne veröffentlicht.

Auf meinem Blog findest du alles zum Buch wie auch Rezensionen und Buchvorstellungen. Begleitet mich auf dieser spannenden Reise und lernt dabei neue tolle Bücher und andere Autoren kennen. Vielleicht bist ja auch du gerade dabei dein Buch zu veröffentlichen oder es interessiert dich einfach, was eine Autorin sonst noch so treibt außer zu schreiben :)

Ich freue mich wenn ihr mir auf diesem Weg Gesellschaft leistet.


Sophie W.K



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